Voll im Leben – Teilzeit arbeiten

Oliver Miersch-Wiemers
Projektleiter für neue Systemkonzepte

Herr Miersch-Wiemers, vor einiger Zeit haben Sie den Schritt gewagt, aus einer Führungsposition heraus in Teilzeit zu wechseln. Wie kam es dazu?
Vor zwei Jahren kam unser Sohn zur Welt und meine Frau hatte nach einem Jahr Elternzeit den Wunsch, wieder in Vollzeit in den Beruf einzusteigen. Daraufhin habe ich meine Arbeitszeit auf 30 Wochenstunden reduziert. Ich bin nun täglich zwischen 9.15 Uhr und 15.00 Uhr im Büro, die restliche Zeit decke ich durch Telearbeit ab. Damit passt meine Arbeitszeit genau zu den „KiTa-Stunden“ unseres Sohnes.

Was halten Ihr Vorgesetzter, die Kollegen oder Mitarbeiter davon?
Von „sehr mutig“ bis „plane ich auch“ habe ich inzwischen fast alle Arten von Rückmeldung erhalten. Nur die folgende Anmerkung hat mich ins Grübeln gebracht: „Man muss wissen, was die eigene Karriere verträgt.“ Es überwiegen aber die positiven Erfahrungen bei der Arbeit und zu Hause mit meinem Sohn, so dass ich mich jederzeit wieder für Teilzeit entscheiden würde.

Was sind denn wesentliche Voraussetzungen, dass Teilzeit gut gelingt?
Es muss in der Abteilung möglich sein, Aufgaben flexibel zu verteilen. Wenn zudem Telefonkonferenzen und Netmeetings geübte Praxis sind, ist es sehr hilfreich. Selbstverständlich spielt auch die eigene Flexibilität eine große Rolle. So gehört es einfach dazu, noch einen späten Geschäftstermin wahrzunehmen – und die ein oder andere Stunde zu Hause vor dem Notebook lässt sich meist nicht vermeiden. Im privaten Umfeld sollte die Kinderbetreuung gesichert sein. Bei uns übernehmen dies die Kindertagesstätte und zusätzlich eine motivierte Großmutter.