Voll im Leben – Teilzeit arbeiten

Lilian Matischok
Fachreferentin in der Prozessentwicklung

Frau Matischok, dank Teilzeitarbeit bringen Sie Beruf und Familie unter einen Hut. Wie sieht Ihre Wochenplanung denn aus?
An drei Tagen in der Woche arbeite ich fünf Stunden und damit 40 Prozent der vollen Arbeitszeit. Die Wochentage sind dabei festgelegt. Meine Vorgesetzten und ich handhaben das aber sehr flexibel – je nachdem, was im Büro oder zu Hause ansteht. Der Alltag mit zwei kleinen Kindern erfordert eben ein hohes Maß an zeitlicher Flexibilität, vor allem weil mein einjähriger Sohn noch keinen Ganztagesplatz in der Kindertagesstätte hat.

Sind Sie dabei zufrieden?
Die momentane Lösung von 15 Stunden hat mich bisher nicht ganz überzeugt. So wenige und noch dazu kurze Arbeitstage passen einfach nicht zu meinem persönlichen Arbeitsstil – und noch weniger zu den Aufgaben und Abteilungsabläufen.

Warum haben Sie sich dennoch für Teilzeitarbeit entschieden?
Vor einigen Jahren hatte ich nach der ersten Babypause sehr gute Erfahrungen mit einer Arbeitszeit von 30 bis 33 Stunden gemacht. Ich war täglich im Büro, teilweise auch bis zum frühen Abend, wodurch es organisatorisch kaum einen Unterschied zur Vollzeit gab. Daher habe ich fest vor, bald wieder auf 75 Prozent zu erhöhen und je nach Bedarf früher zu gehen oder freie Tage zu nehmen.

Was sind denn wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreich Teilzeit?
Ein angemessenes Arbeitsvolumen sowie ein verständnisvolles berufliches Umfeld, das verstärkt das Ergebnis und nicht die Anwesenheit beurteilt. Gleichzeitig kommt es auf die Flexibilität aller Beteiligten an, die beispielsweise wechselnde Arbeitstage, außerplanmäßige Termine oder vorübergehende Mehrarbeit erst ermöglichen. Wesentlich ist auch, dass Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter ausreichend in die internen Abläufe eingebunden sind und trotz Teilzeit alle relevanten Informationen erhalten.